Wanderungen

Wanderung Nr. 4:
Rundwanderung auf der Tofana di Rozes

Dauer:

4 - 5 Std. (plus 1 1/2 Std. für die Variante über die Tofana-Grotte und den Tunnel von Castelletto).

Höhenunterschied:

800 m.

Beste Jahrezeit:

von Juni bis Oktober (Tofana-Grotte März/April).

Von besonderem Interesse:

Das dominierende Motiv auf der Wanderung um die Tofana de Rozes sind sicherlich die eindrucksvollen, überwältigenden Felswände; die Wanderung ist von geomorphologischem und botanischem Interesse und außerdem historisch interessant, da das Gebiet, durch das damals die Front ging, einer der schlimmsten Kriegsschauplätze im Ersten Weltkrieg war. Die Tofana-Grotte ist im Frühling ein Naturschauspiel, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Schwierigkeitsgrad:

Der Hauptweg geht über einen hohen, senkrechten Felsen am Fuße des Masarié, wo man auf Leitersprossen nach unten steigt (Leiter des Minighèl); dieser Abschnitt kann auch umgangen werden. Die Varianten zur Tofana-Grotte und zum Castelletto haben kurze Abschnitte mit Klettersteigen, für die man eine Kletterausrüstung braucht; außerdem braucht man eine Taschenlampe. Im Frühling braucht man für die Tofana-Grotte einen Eispickel und Steigeisen.

Wie Sie den Ausgangspunkt erreichen:

Von Cortina fahren Sie auf der Staatsstraße Nr. 48 "Große Dolomitienstraße" in Richtung Westen und Falzaregopaß bis zum km 108,5; parken Sie ihr Auto auf der rechten Straßenseite auf dem großen Platz neben dem Kantonshaus.

Auszug aus der topographischen Wanderkarte Tabacco Maßstab 1:25000:

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Wegbeschreibung


Vom Kantonshaus aus gehen Sie den Wanderweg Nr. 412 bis zu dem Punkt, wo die Militärstraße, die zum Sattel des Col dei Bòs führt, eine große Spitzkehre macht. Wandern Sie die Straße weiter bergauf; auf dem Weg kommen Sie durch ein kleines Tunnel.

Die Hänge sind voller Blumen, von denen einige sehr spezialisiert sind und nur hier in den Dolomiten vorkommen (endemische Arten); die Grasmatten des darüberliegenden, ausgedehnten Tals werden von einer großen Gemsherde bewohnt, die hier den größten Teil des Jahres verbringt.

Gehen Sie auf der kurvigen Straße so lange weiter, bis sie zu Ende ist und in einen Wanderweg übergeht, den Sie bis zur letzten Mulde vor dem Sattel des Col dei Bòs hinaufgehen; die Straße, die das italienische Heer im Ersten Weltkrieg gebaut hat, ist von ihrem Aufbau her und mit ihren Natursteinmauern eine der besterhaltenen Militärstraßen.
Biegen Sie rechts in den Wanderweg Nr. 404 ein, der am Fuß der eindrucksvollen Felswand der Tofana di Ròzes ganz entlangläuft und danach ins Valón de Tofana mündet, wo er auf die Straße trifft, die zum Fontananegra-Sattel hochführt.

Auch diese Felswand ist voller Felsenblumen; auf den niedrigen Felswänden unterhalb des Wanderwegs nisten der Steinadler und der Mauerläufer.

Am Fuß der Tofana di Ròzes können Sie zwei interessante, kurze Varianten machen.

Bei der ersten Variante können Sie das Castelletto über mehrere im Krieg gebaute Tunnels erreichen; was die Dolomitenfront betrifft, sind sie wohl die wichtigsten und faszinierendsten Tunnel (Goinger-Tunnel und Kanonentunnel); das spiralförmige Goinger-Tunnel ist über 500 m lang, es führt direkt zum Paß, der zwischen dem Castelletto und der Tofana liegt und wo am 11. Juli 1916 eine mächtige Mine explodiert ist, deren zerstörerische Kraft den Berg aufgerissen hat; vom Paß aus können Sie in das dahinterliegende Tal hinabsteigen und von dort zum Sattel des Col dei Bòs gelangen.

Bei der Tofana-Grotte handelt es sich dagegen um eine riesige, natürliche Höhle, die 10 bis 30 m hoch und über 300 m lang ist; die Grotte befindet sich knapp über dem Fuß der Südwand, wo der Fels ein bißchen eingerückt ist.

In den Frühlingsmonaten bilden sich auf dem Höhlenboden hunderte von Stalagmiten aus Eis mit den bizarrsten Formen; sie kommen dadurch zustande, weil Tag für Tag das geschmolzene, von den Stalaktiten an der Decke herabtropfende Wasser am Boden wieder gefriert; Sie können die Grotte, in der dieses einzigartige Naturschauspiel bewundert werden kann, leicht erreichen.

Von der Giussani-Hütte auf dem Fontananegra-Sattel aus beginnt der Abstieg in das dahinterliegende Masarié-Tal, das buchstäblich mit großen erratischen Blöcken aus der letzten Eiszeit übersät ist; im letzten Abschnitt führt der Weg in Serpentinen nach unten und erreicht schnell die Talsohle, wo Sie über die Treppe des Minighèl die darunterliegende Felswand hinabsteigen können.

Dabei handelt es sich um den ersten Klettersteig in den Dolomiten, der 1907 vom Hüttenwart der im Travenanzestal gelegenen Glanvell-Hütte angelegt worden ist und später im Ersten Weltkrieg zerstört wurde; die Leiter besteht aus 274, an beiden Seiten in der senkrechten, rund 70 m hohen Felswand verankerten Sprossen. Die Felswand ist im Quartär durch die unterschiedlichen Reibungskräfte des großen Travenanzesgletschers und des weniger kräftigen, seitlichen Gletschers entstanden; im Frühling trifft man hier auf einen mächtigen Wasserfall.

Wenn Sie die Leiter des Minighèl vermeiden möchten, können Sie rechts von ihr die steile Felswand umgehen; der etwas längere, aber dafür leichte Wanderweg führt über ein schräg abfallendes Felsband nach unten. Wandern Sie jetzt das obere, mit erratischen Blöcken übersäte Travenanzestal hoch, viele der Blöcke weisen Löcher auf, da sie sinnvollerweise als Schießstände benutzt wurden; der Weg geht nun an der Westwand der Tofana di Ròzes entlang und geht dann über schneereiche, naturalistisch besonders schöne Tälchen hoch zum Sattel des Col dei Bòs, von wo aus Sie auf dem gleichen Weg hinunterwandern, auf dem Sie heraufgekommen sind.